INFORMATIONEN FÜR ELTERN

 

Von jedem Kind, das an der Studie teilnimmt, wird die Entwicklung seiner Sprache und die damit verbundene Entfaltung seiner übrigen Fähigkeiten dokumentiert. Dazu gehören

die medizinische Begleitung

die Erfassung der Hörleistungen

die Aufzeichnung und Analyse seiner Laut- und Sprachäußerungen

Untersuchungen zum Sprachverstehen

Untersuchungen zur Entwicklung des Denkens

Sind sie Untersuchungen riskant?

Vom Neugeborenen zum Kleinkind

Das körperliche Wachstum in den ersten Lebensjahren verläuft beeindruckend schnell und wird daher von uns in regelmäßigen Abständen protokolliert (z.B. Größe, Gewicht, Kopfumfang).

Alle 6 Monate führt unser Kinderarzt einen ausführlichen Gesundheitscheck durch, bei dem die Fortschritte Ihres Kindes überprüft werden.

Am Ende des 3. Lebensjahres erfolgt eine Abschlussuntersuchung.

Projektleitung:

 

Prof. Dr. Volker Hesse, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Lindenhof

Untersuchung des Hörvermögens

Eine Grundvoraussetzung für die Sprachentwicklung ist, dass ein Kind gut hören kann. Bei der Aufnahme in die Studie stellen wir deshalb eine normale Hörfunktion bei Ihrem Kind sicher und überwachen diese während der gesamten Studiendauer. Wenn es zu Auffälligkeiten beim Hören oder Erkrankungen der Ohren kommt, beraten wir Sie und leiten, wenn es notwendig ist, eine weiterführende Diagnostik und Therapie ein.

Projektleitung:

Prof. Dr. Manfred Gross & PD Dr. Karsten Nubel, Klinik für Audiologie und Phoniatrie am Universitätsklinikum Benjamin Franklin der Freien Universität Berlin

Vom Schrei zur Sprache

Sprachentwicklung verbindet man oft mit den ersten Worten, die ein Kind äußert. Aber bereits seine ersten Lautäußerungen unmittelbar nach der Geburt können als Vorübungen angesehen werden, die wichtige Bausteine für die weitere Sprachentwicklung bereitstellen. Dazu gehören dann später auch das Einüben von Betonungsmustern, das Erlernen von Wörtern und das richtige Aneinanderreihen von Wörtern zu Sätzen.

Wir untersuchen deshalb die spontanen Lautäußerungen des Säuglings in den ersten 6 Monaten, wie z.B. Gurren, Lallen, Freudenkieckser, auch Schreien. Ab dem 6. Lebensmonat interessieren uns die Babbellaute, also Silbendopplungen wie da-da oder ma-ma, und erste Wörter und ab dem 1. Geburtstag die ersten Wörter und Wortkombinationen.

Wir wollen herauszufinden, zu welchem Zeitpunkt die Kinder beginnen, in ihren Wein-, Gurr- und Lalllauten Melodieübungen zu machen und so Bausteine für die späteren Betonungsmuster der Sprache bereitzustellen und wann die ersten Wörter und Wortkombinationen auftauchen und wie sie aussehen.

Projektleitung:

 

PD Dr. Zvi Penner, Fachbereich Sprachwissenschaften an der Universität Konstanz

PD Dr. Kathleen Wermke, Institut für Anthropologie, Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften, Humboldt-Universität und Freie Universität Berlin

Vom Hören zum Verstehen
Untersuchung des Sprachverstehens

Weil das Hören und die Verarbeitung von Gehörtem im Gehirn des Kindes für den Spracherwerb so wichtig sind, beschäftigen sich gleich mehrere Teilprojekte mit den sprachlichen Wahrnehmungsleistungen des Kindes.

Um herauszufinden, wie sich das Sprachverstehen der Kinder entwickelt und welche Eigenschaften der gehörten Sprache dabei besonders wichtig sind, finden Untersuchungen im Sprachlabor I statt.

Uns interessieren die frühe Unterscheidungsfähigkeit zwischen sprachlichen Lauten, zwischen Wörtern mit verschiedener Betonung und das Erkennen von Satzgrenzen.Wir wollen beobachten, wie das Kind die Regeln seiner Muttersprache herausfindet, wie das Kind beim Zuhören erste Wörter entdeckt, was seine ersten Wörter genau bedeuten und welche Rolle das Gedächtnis bei der Sprachentwicklung spielt.

Wir nutzen dazu die sogenannte Kopfbewegungsmethode.
Das Kind sitzt dabei auf dem Schoß eines Elternteils. Auf bestimmte sprachliche Signale, die aus Lautsprechern rechts oder links vom Kind vorgespielt werden, reagiert es mit der Drehung des Kopfes in die jeweilige Richtung. Die Dauer der Kopfbewegung in eine Richtung wird dann von uns gemessen.
Bei der sogenannten Blickpräferenzmethode werden dem Kind nebeneinander zwei unterschiedliche Bilder (etwa ein Hund und ein Stuhl) auf einem Bildschirm gezeigt. Wenn es aufgefordert wird, eines der Bilder anzusehen ("Schau, ein Hund!"), messen wir zum Beispiel, wie lange es jedes der Bilder anschaut.

 

Projektleitung:

 

Prof. Dr. Jürgen Weissenborn & PD Dr. Barbara Höhle, Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft, Universität Potsdam

   
Untersuchung der Lautunterscheidung mit Hirnstrommessung

 

Wir untersuchen, wie Ihr Kind während seiner Entwicklung verschiedene Silben, die es hört, im Gehirn verarbeitet. Dazu finden in regelmäßigen Abständen Messungen der Hirnströme statt und es werden die sogenannten ereigniskorrelierten Hirnpotentiale (EKP) bewertet. Dabei wird dem Kind eine Art Mütze aufgesetzt, auf der feine Sensoren die vom Gehirn ausgehenden Ströme messen. Sie verändern sich, wenn ein Kind Gehörtes wahrnimmt. Die Untersuchung ist für Ihr Kind völlig harmlos und es kann auch während der Untersuchung schlafen.

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Angela Friederici, Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung, Leipzig

Prof. Dr. Manfred Gross & PD Dr. Karsten Nubel, Klinik für Audiologie und Phoniatrie am Universitätsklinikum Benjamin Franklin, Freie Universität Berlin

Das Bild der Welt in einem kleinen Kopf

Wie lernt das Kind, sich in der Welt zurechtzufinden?
Eine wichtige Voraussetzung dafür ist unter anderem, Dinge voneinander unterscheiden zu können, etwa Tiere von Möbeln oder Hunde von Katzen. Das ist ebenso bedeutsam für den Spracherwerb, denn nur für Dinge, die ein Kind kennt, kann es Wörter lernen. Wie bei andern Entwicklungsschritten geben auch hier die erwachsenen Betreuer sicherlich wichtige Hilfestellungen. Doch wie verständigen sich Kind und Betreuer, wie stimmen sie sich aufeinander ab?

Im Sprachlabor II beobachten wir den kindlichen Umgang mit Spielzeugobjekten, die Reaktion auf Wörter, die eine Spielhandlung lenken und wie Mutter/ Vater sprachlich oder durch Mimik und Gesten mit dem Kind kommunizieren.
Wir wollen dabei herausfinden wie Kinder ihre Erfahrung mit Lebewesen und Dingen ordnen, wie Worte mit vorsprachlichen Begriffen verbunden werden und wie Kinder sich mit ihren Eltern verständigen.

Projektleitung:

 

Prof. Dr. Sabina Pauen, Institut für Psychologie, Universität Heidelberg

Prof. Dr. Hellgard Rauh, Institut für Psychologie, Universität Potsdam


 

Sind die Untersuchungen riskant?

Bei unseren Untersuchungen werden wir keinerlei Medikamente oder ähnliches verwenden. Wir haben uns bemüht, alle Untersuchungen und Experimente so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, so dass sie eher den Spielsituationen ähneln, mit denen das Kind vertraut ist. Und selbstverständlich können die Eltern bei allen Untersuchungen dabei sein. Alle Teilprojekte der Studie wurden von einer Ethikkommission genehmigt. Diese wacht darüber, dass die geplanten Untersuchungen unbedenklich sind.

Die erhobenen Daten werden mit Hilfe eines Teilnehmerkodes verschlüsselt und dadurch anonymisiert. Dieser Datenschutz stellt sicher, dass alle Sie oder Ihr Kind betreffenden Daten und Informationen nur den Mitarbeitern der Forschergruppe zugänglich sind.

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